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Thomas Müntzer – Prediger und Reformator

Thomas Müntzer war der geistige Führer des radikalen reformatorischen Flügels im deutschen Bauernkrieg, aber kein Bauernführer. Er war der herausragende Reformator, der bei seiner Suche nach dem rechten Glauben auf die Not des „gemeinen Mannes“ traf.

Um 1490 in Stolberg / Harz geboren, studierte er in Leipzig und Frankfurt / Oder und wurde 1514 in der Diözese Halberstadt zum Priester geweiht. In den folgenden Jahren setzte er sich als Prediger und Lehrer intensiv mit der Reformation auseinander. Seine kritischen Antworten brachten ihn immer öfter in Konflikt zu den Wittenberger Reformatoren um Martin Luther und führten ihn so zu einem unsteten, rastlosen Leben.

Im März 1523 wurde er Prediger im kursächsischen Allstedt, bald nach Ostern heiratete er die ehemalige Nonne Ottilie von Gerson, die ihm im April 1524 einen Sohn gebar. In Allstedt führte Müntzer noch vor Luther die deutsche Sprache in den Gottesdienst ein. Sein evangelischer Gottesdienst zog scharenweise Zuhörer auch aus der ferneren Umgebung an. Nach seiner kritischen Fürstenpredigt verließ er Allstedt.

Im August 1524 gelangte Müntzer nach Mühlhausen, wo die reformatorische Bewegung bereits zahlreiche Anhänger gefunden hatte, die gegen das Ratsregiment opponierten. Eine Aufstellung von elf Artikeln forderte die Wahl eines neuen Rats. Dieses Vorhaben, das Müntzer unterstützte, scheiterte. Er wurde der Stadt verwiesen.

1525 kehrte er zurück und erhielt eine Predigerstelle an St. Marien. Die Spannungen zwischen Rat und Bürgeropposition verschärften sich weiter. Am 16. März 1525 stimmten die Bürger in der Marienkirche mit Unterstützung Müntzers namentlich über die Absetzung des Rats ab. Sie entschieden sich mehrheitlich für ein neues Ratsregiment -den ewigen Rat, der am 17. März ins Rathaus einzog.

Er unterstützte die aufständischen Bürger und Bauern bei ihrem militärischen Aufgebot. 300 Anhänger folgten Müntzer nach Frankenhausen, wo die militärisch überlegenen Fürsten am 15. Mai 1525 rasch siegten. Müntzer wurde gefangen, in Heldrungen gefoltert und am 27. Mai vor den Toren Mühlhausens hingerichtet.

Heinrich Pfeiffer – Bauernführer

Heinrich Pfeiffer, geboren als Heinrich Schwertfeger (*in Mühlhausen/Thüringen; † 27. Mai 1525 bei Mühlhausen im Heerlager Görmar hingerichtet), war ein Zisterzienser-Mönch, später evangelischer Prediger und Mitstreiter Thomas Müntzers im Bauernkrieg.

Pfeiffer war Mönch im thüringischen Eichsfeld als Martin Luther 1517 seine Thesen an das Kirchentor in Wittenberg nagelte. Die Zisterzienser gehörten zu den energischen Gegnern der Reformation, doch Pfeiffer hatte sich offensichtlich mit den reformerischen Schriften beschäftigt, denn er floh im Jahr 1521 aus dem Kloster auf den nahen Scharfenstein, wo er unter der Burglinde zu den Bewohnern der umliegenden Dörfer die lutherischen Lehren predigte. Er wurde deshalb der Burg verwiesen und ging im Februar 1523 nach Mühlhausen.

Seine Predigten dort führten zu einer Verschärfung der innerstädtischen Auseinandersetzungen, und er wurde im August 1523 ausgewiesen. Er kehrte jedoch schon im Dezember zurück und arbeitete nach Thomas Müntzers Ankunft in Mühlhausen im August 1524 an dessen Seite. Erneut ausgewiesen versuchte er danach, allerdings ohne viel Erfolg, die reformatorischen Gedanken in Nürnberg zu verbreiten

Im Frühjahr 1525 kehrte er nach Thüringen zurück und wurde neben Müntzer zum Führer des Aufstands in Mühlhausen und Umgebung. Nach seiner Gefangennahme nach der verloren Schlacht bei Frankenhausen wurde er mit Müntzer hingerichtet.